Ich bin im Zürcher Weinland als Mittleres von drei Kindern äusserst behütet aufgewachsen und habe eine unbeschwerte Kindheit erlebt.
Bewegung und Sport gehören seit jeher fest zu meinem Leben – ich liebe es, mit dem Velo die Welt zu erkunden, draussen zu sein, zu lachen, Spieleabende zu organisieren und mich an den grossen und kleinen Dingen des Lebens zu freuen.
Da ich schon immer sehr vielseitig war und Interesse an Menschen hatte, begann mein beruflicher Weg als Primarlehrerin. Nach ein paar Jahren intensiver Lehrtätigkeit machte ich längere Reisen nach Amerika und Vietnam und arbeitete danach einige Jahre in den Büros grosser Firmen (HR und Geschäftsleitungsassistenz). Gleichzeitig baute ich ein Gymnastikstudio auf, das ich bis zu meiner ersten Schwangerschaft führte. Nach der Geburt meines Sohnes zog es mich zurück in die Volksschule. Dort war ich unter anderem als Klassenlehrerin in altersdurchmischten Klassen tätig, begleitete Kinder im Bereich Deutsch als Zweitsprache, unterstützte autistische Kinder an Regelschulen und übernahm immer wieder wertvolle Einzelbeschulungen. Dabei durfte ich mich ganz individuell auf Schülerinnen und Schüler einlassen, bei denen das System an seine Grenzen gestossen ist.
Seit 2016 arbeite ich in einer Familienplatzierungsinstitution (DAF; Platzierung von Pflegekindern in Familien) und habe vielseitige Erfahrungen in äusserst herausfordernden Situationen machen dürfen.
Privat und beruflich durfte und musste ich tief blicken. Frühe persönliche Krisen (wie die Bewältigung massiver Essstörungen in meinen Jugendjahren) haben mir eine tiefe Empathie und ein echtes, unerschütterliches Verständnis für die Betroffenenperspektive geschenkt: Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn Wege steinig sind und man meint, es gäbe keinen Ausweg. Als meine Mutter während ihrer Wechseljahre psychotische Phasen erlebte, begleitete mich das Gefühl einer tiefen Hilf- und Perspektivlosigkeit. Leider wusste ich nicht, wie ich die Zustände meiner Mutter einordnen sollte. Mit dem heutigen Wissen ist klar: Sie war wohl zeitlebens neurodivergent, hat massiv maskiert und hat sich selbst als „nicht gut genug“ empfunden. Ihr früher Tod, als mein Sohn noch sehr klein war, hat mich tief geprägt.
Die ersten (und auch die folgenden) Jahre als Mutter waren intensiv und die Liebe zu meinem Kind riesig, aber herkömmliche Erziehungsansätze liefen bei uns oft ins Leere. Die ADHS-Diagnose unseres (mittlerweile erwachsenen) Sohnes während der Primarschulzeit überraschte daher niemanden - ebenso wenig wie die spätere Pubertät als herausfordernde Reise mit all ihren Facetten. Dieses Leben an vorderster Front – gepaart mit meiner beruflichen Praxis – erweiterte meinen Blick enorm.
Von 2016 an bis heute begleitete und betreute ich zusammen mit meinem Partner Stefan Pflegeeltern, platzierte zahlreiche Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien und nahm parallel bis im Sommer 2024 selbst Pflegekinder bei uns zu Hause auf, die im regulären Netz keinen Platz mehr fanden. Diese intensive Aufgabe auf allen Ebenen schenkte mir tiefe Einblicke in zerrüttete Familienstrukturen und verletzte Seelen. Mein Herzblut galt und gilt immer jenen, die mit einem schwereren Rucksack unterwegs sind und von Anfang an mehr Steine in den Weg gelegt bekommen haben.
Erst spät – im Rahmen meiner Ausbildung zur Beraterin und Coach für ADHS und Autismus (PLI) – fiel für mich das entscheidende Puzzleteil: Die späte Erkenntnis, dass ich wohl selbst neurodivergent bin. Plötzlich ergaben all die Phasen voller Tatkraft, aber auch die tiefen Erschöpfungsmomente, die Familiengeschichte und das Verhalten meines Sohnes einen logischen Sinn. Ich verstand tiefgreifend, wie Hormone auf neurodivergente Gehirne wirken und warum starre, herkömmliche Muster scheitern müssen. Ich begann zu begreifen, wie intensiv das Nervensystem unser ganzes Dasein beeinflusst.
Besser spät als nie! All dieses erlebte Wissen, meine fundierte fachliche Kompetenz und meine eigene Biografie fliessen heute in meine Beratungen, Begleitungen und Coachings ein. Ich kenne die Tiefen der Überforderung aus eigener Anschauung, aber vor allem kenne ich den Weg da heraus. Ich bin neugierig auf Menschen und ihre Geschichten. Wenn Sie – ob als betroffene Person, Angehörige oder Fachstelle – das Gefühl haben, dass es neue, tragfähige Lösungsansätze braucht, bin ich gerne ein wohlwollendes, klares und echtes Gegenüber: Mit viel Herz, fachlicher Tiefe und der festen Überzeugung, dass jeder Mensch eine echte Chance verdient, sie zu ergreifen.
Leben mit ADHS oder Autismus – im Alltag, in der Familie oder im Job? Egal, ob Sie selbst betroffen sind, Ihr Kind begleiten oder beruflich mit anderen arbeiten: Hier bekommen Sie massgeschneiderte Unterstützung.


Beraterin/Coach PLI
Primarlehrerin

Nachwuchstalent mit viel Eigenerfahrung
Wir sind ehrliche, pragmatische Köpfe mit fundiertem Fachwissen und dem Blick fürs Wesentliche. Wir wissen: Herkömmliche Ratschläge greifen oft zu kurz – deshalb suchen wir gemeinsam mit Ihnen andere Wege. Lösungen, die wirklich zu Ihnen passen.
